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Deutsche Tapeten


Die erste deutsche Tapetenfabrik wurde 1789 in Kassel gegründet. Durch die ständig wachsende Nachfrage begannen in Europa die Experimente zur Beschleunigung der Produktion. Als 1835 Papierbahnen auf Rollen endlos zur Verfügung standen, konnten schon ab 1859 bei den Fabrikanten Flammersheim in Köln und Hochstätter in Darmstadt die ersten Maschinen für den mehrfarbigen Tapetendruck in Betrieb gehen, die eine Produktivität bis zu 2.000 Rollen pro Tag erreichten. Im Vergleich zu der im Handdruck hergestellten Ware reduzierten sich die Kosten für Tapeten erheblich, die auch aufgrund der steigenden Wohnkultur stärker nachgefragt wurden.

Im späten 19. Jh. gelang durch wachsenden Unternehmergeist und neue Technologien ein ungeheurer Produktionsanstieg mit der Entwicklung zahlreicher neuer Produkte, wie z.B. abwaschbaren Tapeten und strapazierfähigen Strukturtapeten für den Massenmarkt. Um die Jahrhundertwende stellten nur noch wenige Betriebe handgedruckte Tapeten her, der Handel mit den maschinell hergestellten Tapeten hatte sich etabliert, um die Jahrhundertwende war die Tapete so gut wie in jedem Haushalt anzutreffen. Unter dem Einfluss des Jugendstils und zur Zeit des Art Deco entstand eine Vielzahl ungewöhnlicher Tapetendessins mit Anregungen aus dem Pflanzenreich mit geschwungenen Linien sowie floralen Mustern oder geometrischen Formen.

Eine trendsetzende Neuerung entstand 1929 durch eine Kooperation der Tapetenfabrik Rasch mit dem Bauhaus Dessau, die mit der Entwicklung der Bauhaustapeten den Gedanken von Walter Gropius nach neuer Sachlichkeit und funktionaler Architektur aufgriff. Die erste Bauhauskollektion erschien mit 14 Dessins in jeweils fünf bis 15 Farbvarianten. Bauhaus Tapeten, RASCH Tapetenfabrik.

Seit 1939 ging die Tapetenproduktion kontinuierlich zurück und wurde 1943 kriegsbedingt eingestellt. Nach 1945 entstand durch die großen Wiederaufbauprojekte auch ein enormer Aufschwung in der Tapetenindustrie. Mit neuen Fertigungstechniken und neuen Produkten, wie z.B. selbstklebenden und abziehbaren Tapeten reagierte die Industrie auf das aus den USA übernommene Do-it-yourself-Verfahren. In den 60er Jahren des 20. Jhs. hatten die abwaschbaren und besonders strapazierfähigen Tapeten aus Vinyl vor allem im Objektbereich einen starken Zuwachs. Im Zusammenwirken mit bedeutenden Künstlern der Zeit entstand mit der neuen Kollektion der „Künstlertapeten“ eine neuartige Verbindung zwischen Kunst und Industrieprodukt.

Die Qualitätsmerkmale moderner Tapeten mit neuen Werkstoffen und Formen, der verbesserten Druckqualität und weiter entwickelten Prägetechnologien liegen in der Vielfalt der Muster und Designs, der einfacheren Verarbeitung, wie z. B. die Vliestapeten, die in Wandklebetechnik verarbeitet werden und sich rückstandslos und trocken von der Wand abziehen lassen.

Im Zusammenhang mit der ökologischen Bewegung wurde im Jahre 1991 die Gütegemeinschaft Tapete in Zusammenarbeit mit dem RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e. V., gegründet und damit die ökologische Orientierung der Tapetenproduktion unterstrichen. Die permanente Gütekontrolle durch unabhängige Prüfinstitute sichert die Einhaltung strengster Grenzwerte und garantiert das heute erreichbare Optimum an Schadstoff-Freiheit und ökologischer Unbedenklichkeit aller Materialien, Farben und Zusatzstoffe, die bei der Tapetenherstellung eingesetzt werden. Das Gütezeichen Tapete ist weltweit als Qualitätssymbol für Tapeten anerkannt. Tapeten Gütezeichen RAL, Tapeten.

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